
Die Kartenanalyse
Überblick
Dieser Abschnitt wird sich intensiv mit der Kartenanalyse von Aarau befassen. Die Rede ist hier von einer vertieften Analyse der zwei Landeskarten von Aarau, aus dem Jahre 1917 und 2020. Beide Karten sind dem Geo Maps entnommen worden und sollen mit der Slider-Funktion ein spielerisches Erlebnis ermöglichen. Diese Analyse wird in folgende Schwerpunkte unterteilt:
- Entwicklung
- Gründe
- Folgen
Verkehrswege, Energie- und Wasserversorgung
Technische Infrastruktur
Kommen wir zuerst zu den Strassen. Als erstes fällt eine gesamthafte Entwicklung der Strassen auf. Die bereits seit 1917 bestehenden Strassen wurden bis heute ausgebaut und sind in der heutigen Verfassung gelb oder rot markiert, was auf eine Wichtigkeit für die Allgemeinheit hindeutet. Somit legte Aarau im Jahr 1917 bereits die Grundlage für das heutige Strassennetz. Rund um diese Strassen entstanden viele Verzweigungen und Quartierstrassen, welche mit dem Ausbau der Quartiere eine logische Konsequenz davon waren.
Allmendweg & Schachenstrasse
Der Allmendweg 5 und die Schachenstrasse 5 ist die gemeinsame, rot-gefärbte Strasse, welche unterhalb des KW im Schachen beginnt. Sie verläuft um die industrielle Zone 369 nach Wöschnau und ermöglichte eine Direktverbindung ohne die Altstadt durchqueren zu müssen.
Schiffländerstrasse und Kettenbrücke
Die Strasse direkt an die Kettenbrücke wurde ausgebaut und erweitert, damit der Verkehr über die Kettenbrücke flüssiger ist und so eine bessere Verknüpfung der Nord- mit der Südseite entsteht.
Tellistrasse
Hier wurde die gelb-markierte Strasse in Richtung Telli ab dem Kreisel bei den Telliblöcken erweitert. Vom letzten, rot-markierten Kreisel nach Norden entstand die neue Schnellstrasse, welche mit dem neuen Tunnel eine Direktverbindung zur Staffelegg ermöglichte und die Umfahrung über die Kettenbrücke ersetzte. Dies trug zu einer enormen Entlastung des Verkehrs in der Innenstadt bei.
Öffentlicher Verkehr
Über die Jahre wurde der Bahnhof Aarau immer mehr ausgebaut und erweitert. Mit 61'538 erwerbstätigen Pendlern nach Aarau ist Aarau heute ein bedeutender Knotenpunkt an der wichtigsten Ost-West-Verbindung des Schweizer Schienennetzes.
Energie- und Wasserversorgung
Im Verlaufe der letzten 100 Jahre entstanden insgesamt zwei weitere Wasserkraftwerke an der Aare. Das eine am süd-westlichen Ende des Schachens und das andere zwischen den Zonen 367 und 364 an der Telli. Die Wasserversorgung ist nur im Telliquartier signifikant zurückgegangen.
Entsorgungseinrichtungen
Seit der Entstehung des Telliquartiers gibt es eine Kläranlage, welche Teile des Abwassers reinigt. Ausserdem steht hinter den Telliblöcken der Aarauer Werkhof, welcher für baulichen und betrieblichen Unterhalt, Grünflächenpflege, Kehrichtentsorgung und Winterdienst verantwortlich ist.
Bildung, Gesundheit, Sport & Freizeit
Soziale Infrastruktur
Bildungssystem
Mit der Verwirklichung der Telli entstanden ein Kindergarten und eine Primarschule. Dies war einer von 7 Kindergärten, die in der Zeitspanne zwischen 1917 und 2020 entstanden. Ebenso entstanden das Gönhardschulhaus und die Schulhäuser Aare und Schachen.
Gesundheitssystem
Gut auf der Karte des Jahres 2020 zu betrachten ist das blaue H im Stadtzentrum. Hierbei handelt es sich um die Hirslandenklinik, eine Privatklinik, die sich auf die Herz-Gefäss-Medizin, Orthopädie und weitere Schwerpunkte spezialisiert hat.
Sport und Freizeit
Sehr schön zu betrachten sind die grossen Entwicklungen im Bereich des Sportes. Es sind sehr viele Sportanlagen im Verlaufe dieser zwei Karten entstanden, wie zum Beispiel das Leichtathletikstadion, die Rennbahn und die vielen Fussballfelder im Schachen oder die Sportanlage in der Telli mit ihrem Hallenbad.
Quartiere und Wohnungen
Wohnangebot
Die wohl am ersichtlichste Veränderung durchmachte Aarau in den letzten 100 Jahren in der Quartierentwicklung. Hauptsächlich verantwortlich war der wirtschaftliche Aufschwung von Aarau, das heute mit 27'500 Arbeitsplätzen besetzt ist. Überall, wo nun kleine viereckige Formen stehen, stehen neue Quartiere – Rohr, Scheibenschachen südlich von Rombach, das gesamte Gönhard- und Zelgli-Quartier, ebenso die Gemeinden Buchs, Erlinsbach und Küttigen.
Wohnungen
Die Telli und das Scheibenschachen sind die zentralen Wohnungsquartiere, welche neu entstanden sind. In diesem Augenblick, Stand 1. Dezember 2020, wird die Delfterstrasse in der Telli für über 100 Millionen saniert. Früher stand dort, wo nun das Telliquartier steht, eine industrielle Zone. Die Chocolat Frey war lange Zeit dort sesshaft.
Ein- und Mehrfamilienhäuser
Besonders die Quartiere Zelgli und Gönhard sind von einer immensen Ansammlung von Einfamilienhäusern gekennzeichnet.
Ursachen, welche für diese Entwicklungen verantwortlich sind
Gründe
Mit dem zunehmenden Bevölkerungswachstum und der Verknüpfung an das Schienennetz als Knotenpunkt wurde Aarau zu einem Verkehrszentrum, welches die Wirtschaft ankurbelte und somit auch für das Wachstum der Stadt sorgte. Die gelegene, ruhige, aber dennoch zentrale Verkehrslage war die Ursache für eine erhöhte Zuwanderung. Daraus entstanden neue Häuser und Gebäude. Der Anteil der Siedlungsfläche wuchs im Verlauf der letzten Jahrzehnte auf Kosten des Grünflächenanteils. Nur etwa 1/2 (589.07 ha) der gesamten Fläche von Aarau (1'234 ha) ist bis dato überbaut – dabei sind 97% der gesamten Baufläche bereits überbaut. In Kombination mit einer hohen Einwohnerdichte von 1'767 Einwohnern pro km² lässt sich erklären, wieso es Gebiete gibt, welche besonders stark ausgeprägt sind.
Mögliche Konflikte und Verbesserungen
Folgen
Da viel Hügel- und Waldgebiet besteht, könnte es dazu kommen, dass Aarau bald in ein Platzproblem gerät. Die Gefahr besteht, dass eine fast maximale Ausschöpfung der Bauzonenfläche bereits stattgefunden hat. Wie kommt man zu neuem Bauland? Sind die noch freien Flächen theoretisch überbaubar? Falls ja, welche Folgen hätte diese Überbauung der Natur auf die Stadt? Dies sind nur einige wenige Problematiken, die auf die Stadt Aarau zukommen werden.
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